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Erfassung der Waldbirkenmaus in den Allgäuer Alpen

Die Waldbirkenmaus zählt zu den seltensten Tierarten Deutschlands. In Bayern wurde diese Art erst 1950 nachgewiesen. Mit dem Einsatz von neuen für den Nahbereich geeigneten Wildkameras gelangen im Bayerischen Wald und jüngst im Oberallgäu weitere Nachweise. Im Rahmen des 2019 realisierten Projektes wurde versucht, das Vorkommen der Waldbirkenmaus in den Allgäuer Alpen in Gebieten zwischen Talmooren und der Krummholzzone weiter zu erfassen.
Hierzu wurden 16 Wildkameras „Cuddeback C3“ angeschafft und entsprechend technisch angepasst und programmiert. Ein spezielles Erdstativ wurde eingesetzt, das eine standardisierte Ausrichtung der Kamera im Fokusfeld ermöglichte. Die Waldbirkenmaus konnte nur an einem der 34 untersuchten Standorte nachgewiesen werden. Verschiedene Begleitarten wurden dokumentiert. Insgesamt konnten 14 Kleinsäuger-, 8 Säugetierarten, 1 Reptilienart (Waldeidechse) und 7 Vogelarten während des Erfassungszeitraumes fotografiert werden. Am interessanten dürfte neben der Waldbirkenmaus der Nachweis eines Gartenschläfers auf 1.606 m sowie von Birkhühnern im Fellhorngebiet sein.
Weitere Erfassungen erscheinen vielversprechend. Im Vordergrund sollten v.a. Bereiche mit Hochstaudenfluren/Totholzvorkommen stehen, die im Bereich der Krummholzzone oder ggf. an Moorgebieten oder Streuwiesen zu finden sein könnten. Es wird empfohlen, die Kamera nur im Nachtmodus einzustellen, um die Anzahl der Bilder grundsätzlich zu begrenzen, auch wenn dadurch Nachweise von tagaktiven Arten verloren gehen.

Quellenangabe:

Kraft, B. (2019): Waldbirkenmaus – heimlicher Bewohner der Allgäuer Alpen; Unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V., Hilpoltstein. 26 Seiten

Kontakt:

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