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Wiederholungskartierung von Rotflügeliger Schnarrschrecke und Streifen-Bläuling im Kronacher Muschelkalkzug

Im Rahmen der Kartierungen der Rotflügeligen Schnarrschrecke konnte die allgemeine Annahme bestätigt werden, dass die Art in Oberfranken im Rückgang begriffen ist, da sie auf vielen ehemaligen Biotopflächen verschollen ist. Als regionale Ursachen sind insbesondere Nutzungsänderung (oft Intensivierung, Verbuschung oder Waldentwicklung) und mangelnde Biotopvernetzung zu nennen. Die regionalen Naturschutzprojekte „Fischbacher Weidevielfalt“ und „Kreuzberg“ bieten zwar Chancen, aber auch Risiken für die Schnarrschrecke. So ist sie zwar von extensiver Beweidung abhängig, doch wurde im Verlauf des Projektes die Beobachtung gemacht, dass die Beweidung teils möglicherweise zu intensiv ist und daher negative Auswirkungen auf die Heuschrecke haben könnte.

Die Beweidung sollte daher extensiviert werden. Da die besten Schnarrschreckenbiotope im Rahmen der Naturschutzprojekte beweidet werden, ist es wichtig, dass die Projekte Verantwortung übernehmen und die Beweidung in einer Form extensivieren, in der sie mit einer langfristigen Bestandserholung der Schnarrschrecke vereinbar ist. Der Streifenbläuling konnte seit über 20 Jahren nicht mehr im Landkreis festgestellt werden. Aktuell ist daher davon auszugehen, dass es in der Region keine Individuen mehr gibt. Sollte ein passendes Habitat für den Fall geboten werden, dass einzelne Bläulinge den Weg in die Region wiederfinden, ist der erste Hebel, die Esparsettenbestände auf extensiven und mageren Flächen zu erhöhen. Hierbei muss jedoch bedacht werden, dass Esparsetten teils empfindlich auf Beweidung reagieren. Da die Aussicht auf eine Wiederansiedelung des Bläulings leider sehr gering ist, besteht hier kein prioritärer Handlungsbedarf. Bei der Schnarrschrecke hingegen ist er enorm, um den fortschreitenden Rückgang der Art aufzuhalten und die besten Restbestände der Region bestmöglich zu schützen.

Quellenangabe:

Lange, A., Ökologische Bildungsstätte Oberfranken (2024): Untersuchungen zur Populationsgröße und zum Biotopverbund von Rotflügeliger Schnarrschrecke und Streifen-Bläuling im Kronacher Muschelkalkzug. Unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des Bund Naturschutz, Nürnberg. 28 Seiten.

Kontakt:

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Tel.: 0911/81878-0
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