
Der untersuchte Steinbruch Förtschendorf beherbergt als Extremstandort ein großes Potential, das noch nicht vollständig genutzt ist. Rote-Liste-Arten konnten nachgewiesen werden, doch im Hinblick auf die Vegetation ergeben sich auch große Herausforderungen: sowohl invasive Neophyten als auch Verbuschung machen dem Magerstandort zu schaffen. Hier ist ein frühzeitiges Entgegensteuern wichtig, um die Zielarten zu schützen und das Entwicklungsziel zu erreichen.
Auch Strukturreichtum und Biotopvernetzung sollten im gesamten Steinbruch noch deutlich ausgebaut werden. Aktuell gestalten sich besonders die Flächen relativ kahl und bieten wenige Versteckmöglichkeiten oder Vernetzungselemente. Neben gezielten Maßnahmen wie der Anlage weiterer Steinhaufen, Totholzhaufen oder der Schaffung unterschiedlicher Vegetationshöhen und -altersklassen muss die Entwicklung von mageren Altgrasbeständen, kleinen Strauchclustern und anderen stufenreichen Vegetationsstrukturen abgewartet werden. Extensive Beweidung kann hier durch Nähr-stoffumverteilung förderlich wirken.
Soweit der Standort bestmöglich bei der naturnahen und vielfältigen Entwicklung unterstützt wird, ist davon auszugehen, dass sich ein breiter Artenreichtum entwickelt, da der Steinbruch hierfür ideale Voraussetzungen bietet. Die positive Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure lässt darauf hoffen, dass dem nichts im Wege stehen wird.
Ökologische Bildungsstätte Oberfranken (ÖBO), Lange, A. (2023): Pflege- und Entwicklungskonzept des ehemaligen Steinbruchs "Hartensteinwerk Förtschendorf“. Unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des Bund Naturschutz, Nürnberg. 33 Seiten + Anhang.
BUND Naturschutz in Bayern e. V.
Landesverband
Bauernfeindstr. 23
90471 Nürnberg
Tel.: 0911/81878-0
Email: lfg@bund-naturschutz.de