
Auf allen der sieben im Jahr 2024 untersuchten Dauerbeobachtungsflächen schlägt sich der atmosphärische Stickstoffeintrag in Form der Erhöhungen der Stickstoffzahlen und des Artenrückganges negativ nieder. Innerhalb der Waldflächen ist auch bedingt durch die stetige Kronenverdichtung und das erhöhte Gehölzaufkommen ein Rückgang der lichtbedürftigeren Arten der Kraut-/Gras-Schicht bei gleichzeitiger Stärkung der Moosschicht zu beobachten. Auf allen Flächen verschwinden auch die Arten der Roten Liste zusehends. Dies ist der Fall im Auwald an den Silberrangen (d10) sowie in den Buchenwäldern an den Spielberger Leiten (d14) und am Lindenberg (d24). Der Flechten-Kiefernwald bei Leinburg (d03) leidet zudem unter dem Fehlen der traditionellen Streunutzung, die charakteristischen Flechtenarten sind hier in den 28 Jahren der Beobachtung stark zurückgegangen. Der ehemalige §30BayNatSchG-Bestand im Kiefernwald im Schnackenbrunn (d12) wird zunehmend von der konkurrenzstarken Heidelbeere zersetzt, hier sind inzwischen alle Arten der Roten Liste verschwunden, allen voran der Gewöhnliche Flachbärlapp. Auch die Schuttflur bei Hohenstadt (d25) beginnt aufgrund der Eutrophierung sowohl mit Gehölzen wie auch mit Magerrasen- und Wiesenarten zuzuwachsen, zuungunsten der standorttypischen Schutt-Flora. Innerhalb der Renaturierungsfläche auf den Nordheimer Gipshügeln 1 (d20-01) hingegen hat sich nach der Mähgutübertragung ein breites Artenspektrum entfaltet mit weiter ansteigenden Zahlen der Halbtrockenrasenarten und aufgrund der guten Pflege seit 1994 weiter absinkenden Strickstoffwerten.
von Brackel, J. und W. (2024): Geobotanische Dauerbeobachtung in Mittelfranken 2024. Unveröffentlichtes Gutachten im Auftrag des Bund Naturschutz in Bayern e.V.. 64 Seiten + Anhang.
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