Allgemeines

Zweckerlöse der Lotterie „GlücksSpirale“, die an den Bayerischen Naturschutzfonds weitergegeben werden, ermöglichen die „GlücksSpirale-Projekte“ von Bund Naturschutz (BN), Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) und Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Die Projekte sind ein unverzichtbares Instrument der Naturschutzarbeit in Bayern. Von 1999 bis 2016 konnten 802 Projekte (davon 68 Projekte in den Jahren 2002 und 2003 speziell zur Unterstützung von BayernNetzNatur-Projekten) durchgeführt werden. Die Projekte befassen sich mit anwendungsorientierter Naturschutzforschung, praxisbezogenen Fachplanungen und Konzepten, Öffentlichkeitsarbeit sowie Modellprojekten zum Aufbau dauerhaft umweltgerechter Nutzungen.

Sie unterstützen vorbildliche Aktivitäten und Modellprojekte des Natur-, Arten- und Biotopschutzes und der Landschaftspflege in allen Landesteilen. Kennzeichen der Projekte sind der unmittelbare Praxisbezug, eine enge Abstimmung mit den Akteuren vor Ort und eine effektive, unbürokratische Abwicklung sowie eine vorbildliche Kooperation von Verbänden und Naturschutzverwaltung.

Die Projekte werden innerhalb eines Jahres durchgeführt. Der Projektumfang darf maximal 15.300 Euro betragen. Die Förderhöhe beträgt 80 % aus den Zweckerträgen der GlücksSpirale, 20 % tragen die durchführenden Verbände BN, DVL und LBV. Gefördert werden Kartierungen, Modellstudien und konzeptionelle Arbeiten. Die Umsetzung von Maßnahmen wie Anlage eines Feuchtgebietes, Biotoppflege, Ankauf oder Pacht von Biotopen erfolgt nicht über die GlücksSpirale-Projekte, dafür gibt es andere Fördermöglichkeiten des Freistaates oder des Bayerischen Naturschutzfonds.

Die Anregungen für die Projekte stammen oft aus gemeinsamen Umsetzungsprojekten von Kommunen, Behörden und Verbänden oder direkt aus den Naturschutzbehörden und von Landnutzern. Die Projektauswahl erfolgt von den drei Verbänden in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, dem Bayerischen Naturschutzfonds und insbesondere mit der zuständigen Unteren bzw. Höheren Naturschutzbehörde, die jedem einzelnen Projektantrag schriftlich zustimmen muss.

Abb. 1 gibt einen Überblick über die Verteilung der Projekte auf die einzelnen Regierungsbezirke. Die meisten Projekte fanden in Oberbayern und in Ober- und Mittelfranken statt.

Bei einer Zuordnung der Projekte zeigt sich, dass in allen 11 bayerischen Naturräumen Aktivitäten durchgeführt wurden (vgl. Abb. 2). Schwerpunktbereiche sind: Keuper-Lias-Hügelland, Jura, Tertiär-Hügelland und Alpenvorland. -> Abb. 2

Eine Aufteilung der Projekte auf die einzelnen Förderbereiche ergibt die Abb. 3: Ein deutlicher Schwerpunkt liegt jährlich auf der anwendungsorientierten Naturschutzforschung. Über diese Projekte konnten insbesondere ehrenamtliche Fachexperten einbezogen werden, die wichtige Fragestellungen der praktischen Naturschutzarbeit bearbeiteten und dabei konkret umsetzbare Ergebnisse lieferten. Auch die anderen Förderbereiche wurden von den beteiligten Verbänden intensiv genutzt, wobei Fachplanungen und die Kombination anwendungsorientierte Forschung/Fachplanung immer eine größere Rolle spielen. Diese haben häufig Initialfunktion für neue BayernNetzNatur-Umsetzungsprojekte! -> Abb. 3

Im Mittelpunkt der meisten Projekte standen die nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz besonders geschützten Biotoptypen. Folgende Biotoptypen wurden mit abnehmender Häufigkeit bearbeitet:

1. Extensiv genutztes Grünland (Magerrasen, Trockenrasen, Heiden, Feucht- und Streuwiesen)
2. Naturnahe Gewässer und Auen (Quellen, Bäche, Flüsse, Weiher, Teiche und Seen)
3. Wald
4. anthropogen stark überprägte Lebensräume (Sand- und Kiesgruben, Äcker, Weinberge, u.a.)
5. Moor
6. Kleinstrukturen (Hecken, Streuobst, Raine, Ruderalflur)
7. Fels

In fast allen Jahren waren extensiv genutztes Grünland und naturnahe Gewässer und Auen die am häufigsten in den Projekten bearbeiteten Biotoptypen.

Je nach den Anforderungen des Naturschutzes vor Ort wurden neben Kartierungen von Biotop- oder Nutzungstypen gezielt einzelne Arten oder Artengruppen erfasst. Es erfolgte wiederum eine Schwerpunktsetzung auf Arten, die auf Grund internationaler Verpflichtungen besonders geschützt sind oder die als Leit- und Indikatorarten eine besondere Bedeutung haben. In abnehmender Reihenfolge waren folgende Artengruppen Inhalte der naturschutzfachlichen Kartierungen in den Projekten (Mehrfachnennungen möglich): Blütenpflanzen (Vegetationsaufnahmen), Vögel, Amphibien, Säugetiere, Libellen, Heuschrecken, Schmetterlinge, sonstige Insekten, Reptilien, Käfer, Moose, Flechten, Mollusken, Fische/Krebse, Wildbienen und Makrozoobenthos. In den meisten Jahren wurden Vögel und Blütenpflanzen am häufigsten bearbeitet.

Für die einzelnen Projekte standen im Durchschnitt der Jahre 10.499,- Euro zur Verfügung. Das Finanzvolumen pro Projekt variierte zwischen 1.278,- und 16.600,- Euro.